Big Points aus Elberfeld entführt

Am vergangenen Sonntag mussten die Schachfreunde Lieme bei einem der ältesten Schachvereine Deutschlands, bei der Elberfelder Schachgesellschaft von 1851, antreten. Da die Lipper auf zwei Stammspieler verzichten mussten, fiel ihnen nur die Außenseiterrolle zu. Unter den Reliquien der illustren Vereinshistorie entwickelten sich schnell spannende Partien. Zuerst beendete Tristan Niermann seine Partie, die für seine Verhältnisse zahm verlief. Er konnte in der Eröffnung ausgleichen und alsbald einigte man sich auf Punkteteilung. Ebenfalls untypisch: René Wittke war am Spitzenbrett in eine theoretische Diskussion im Königsinder verwickelt. Er konnte seine gute Stellung jedoch nicht verwerten, verlor in der Zeitnot den Faden und hatte das Glück auf seiner Seite, als seinem Gegner ein Fehler unterlief, der Schachmatt bedeutete. Die Ersatzspieler Marvin Karsunke und Joachim Stork schlugen sich ebenfalls wacker. Ersterer tauschte schnell viele Figuren, sah dann jedoch mit an, wie sich seine Stellung zusehends verschlechterte. Erst musste er wichtige Felder, dann einen Bauern geben und letztendlich die Segel streichen. Joachim Stork kam gut aus der geliebten Holländischen Eröffnung. Seine Stellung machte danach zwar einen wackeligen Eindruck, doch er konnte seine Kräfte zusammenhalten und sicherte den halben Punkt durch Dauerschach. Einen Holländer, mit vertauschten Farben, hatte auch Matthias Krallmann auf dem Brett. Die Partie verlief jedoch nie weit außerhalb der Remisbreite und endete mit einer Zugwiederholung im Endspiel. Zwischenstand zur ersten Zeitkontrolle 2,5-2,5. Holger Stork gelang ein glatter Start-Ziel-Sieg. Seine Vorbereitung hatte gefruchtet und er stand bereits ausgangs der Eröffnung deutlich besser. Kleinere Ungenauigkeiten verzögerten den Spielverlauf, jedoch fuhr er seinen Vorteil im Endspiel sicher zum Sieg. Andre Schaffarczyk stand zunächst etwas gedrückt, doch gelang es ihm, seinen Kontrahenten zu positionellen Eingeständnissen zu zwingen. Dieser übersah eine taktische Möglichkeit, als der Liemer das Spiel am Damenflügel forcierte, und so gelang unserem Kapitän der Matchpoint. Den Schlusspunkt setzte Andre Wolf, dessen zunächst symmetrische Bauernstruktur sich rasch geändert hatte. Für einen Turm besaß er einen Läufer und eine Wagenladung Freibauern. Jene führte er im Endspiel auch gekonnt zum vollen Punkt. Mit diesem 5,5:2,5 Erfolg ist ein wichtiger, unerwarteter Auswärtssieg gelungen, sodass man sich nun mit 2-2 Punkten in der Tabelle wiederfindet.. Der nächste Kampf findet am 10.11. im Gemeindehaus statt, Gast ist Lippstadt.

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