Schachfreunde Lieme lassen Federn in Erkenschwick

Am vergangen Sonntag führte es die Liemer Schachfreunde zum Auswärtskampf nach Erkenschwick. In den ersten dreieinhalb Stunden verlief der Kampf fast ereignis- und ergebnislos; lediglich Holger Stork trennte sich früh mit einem Remis von seinem Gegner, nachdem er mit den schwarzen Steinen schnell ausgleichen konnte. Dann jedoch wurde es interessant: wohl den Glanzpunkt aus Liemer Sicht setzte am ersten Brett Tristan Niermann, der in der Katalanischen Eröffnung gegen IM Thomas Willemze einen isolierten Bauern provozierte und konsequent auf diese Schwäche spielte. Die besser koordinierten Liemer Figuren brachten den taktischen Durchbruch und den ganzen Punkt.

Andre Wolf hatte unterdessen Angriffe auf seinen zentral postierten König abzuwehren; mit der Zeit bekamen aber die Erkenschwicker Leichtfiguren die Oberhand und fuhren den Sieg ein. Einen zweiten Höhepunkt lieferte Oliver Schulte ab, der bereits ausgangs der Eröffnung alles erreicht hatte, worauf man als Schwarzspieler hoffen kann. Er attackierte konsequent den weißen Monarchen und schaffte es letztendlich, diesen unter möglichem Damenopfer in einem Mattnetz zu fangen. Am zweiten Brett mühte sich René Wittke lange, seine Partie im Gleichgewicht zu halten. Eine komplizierte Abwicklung versprach durchaus kleinen Vorteil; in der Zeitnot jedoch fand er oft nicht die besten Züge und musste bald die Segel streichen. Andre Schaffarczyk gewann im Mittelspiel eine Qualität und schaffte es scheinbar, sich dem Königsangriff seines Gegenübers zu erwehren; dann jedoch unterlief dem Liemer ein folgenschwerer Einsteller, er verlor seinen Materialvorteil und alsbald die Partie.

Arnold Essings Gegner hatte ausgangs der Eröffnung seinen vielversprechenden c-Bauern bis auf die zweite Reihe manövriert; Arnold Essings Figuren spielten jedoch um diesen Bauern herum und er hatte zeitweise sogar die Chance auf Vorteil. Wenig später jedoch machte eine Fesselung auf der frei gewordenen c-Linie Arnolds Figuren immobil; er verlor seine Damenflügelbauern und gab auf. Die nun für das Gesamtergebnis irrelevant gewordene Partie von Nils Stukenbrok hatte im Mittelspiel eine gewisse Schärfe entwickelt; mittels eines schönen Qualitätsopfers wäre es Nils wohl möglich gewesen, die Partie sofort zu seinen Gunsten zu entscheiden. In der Zeitnot verlor er einen Bauern, aufgrund des entschiedenen Mannschaftskampfes einigte man sich aber bald darauf auf Punkteteilung. Insgesamt also eine eher unglückliche 5:3 Auswärtsniederlage, bei der durchaus ein oder sogar zwei Mannschaftspunkte drin gewesen wären. Weiter geht es im Dezember zum letzten Kampf des Kalenderjahres nach Brackel.

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